Geburt

              

Am 26. Juni bin ich am Morgen nichts ahnend zur Toilette gegangen. Irgendwie wollte es dann aber nicht mehr aufhören zu fliessen, auch als ich überzeugt war, dass da wirklich nichts mehr in meiner Blase sein konnte. Ich ging dann duschen, in der Hoffnung dass es dann doch mal aufhört, aber dem war nicht so.

 

Dass vielleicht die Fruchtblase geplatzt war konnte ich mir nicht so richtig vorstellen. Im Fernsehen kam schliesslich das Wasser dann immer sintflutartig. Bei mir fühlte sich das eher an als wäre ich Inkontinet :-)

 

Ich rief dann mal Tinu an und schilderte ihm mein Problem. Er konnte das ebenfalls nicht so ernst nehmen, riet mir aber dann doch, mal meinen Frauenarzt anzurufen. Dies habe ich dann auch getan.

 

Die Arzthelferin von Herrn Dr. Marti erklärte mir dann aber, dass er den ganzen Tag abwesend sei. Ich solle doch Herrn Dr. Ehm anrufen, der Gynäkologe in Bern, an den ich in ein paar Wochen hätte überwiesen werden sollen. Aber auch da sagte man mir, dass er zur Zeit nicht in der Praxis sei.

Ich rief dann wieder in Biel an, wo man mich dann bat, ins Spitalzentrum in den Notfall zu kommen.

 

Tinu und ich entschieden dann zuerst, dass ich erst einmal allein hinfahre. Das hat er sich dann aber relativ schnell anders überlegt. War schlussendlich auch gut so :-)

 

Im Spitalzentrum brachte man mich dann dirket in ein Gebärzimmer. Huch, das hat mich dann doch etwas erschreckt :-)

Relativ schnell war dann klar, dass ich wirklich einen Blasensprung hatte und der Muttermund schon etwas geöffnet war. Wehen hatte ich aber keine!

Herr Dr. Marti kam dann doch noch schnell bei uns vorbei, bevor er an einen Kongress fuhr. Er entschied dann auch, dass ich eine Lungenreifungsspritze erhalte, und anschliessend per Ambulanz in die Frauenklinik in Bern verlegt werde.

 

Die netten Herren von der Amulanz liessen mich dann beim wechseln vom Bett auf die Trage auch noch fallen. Naja, 93kg sind halt nicht ganz ohne :-)

Im Gegensatz zu ihnen, fand ich es aber noch ganz lustig!

 

Tinu fuhr uns dann hinterher!

 

In Bern startete wieder ein Marathon von Untersuchungen, Blutentnahme und Infusionen. Da man die Geburt trotz geplatzter Fruchtblase noch solange wie möglich herauszögern wollte (mind. 48h, bis die Lungenreifung abgeschlossen ist) bekam ich auch Wehenhemmer.

 

Um ca. 15 Uhr, bekam ich dann aber doch langsam Schmerzen, konnte diese aber nicht einordnen. Tinu dachte auch, dass ich mir dies nur einbilde, da ich schliesslich ungefähr alle 5 Minuten gefragt wurde, ob ich denn was spüren würde :-)

 

Die Schmerzen wurden aber immer stärker und Tinu entdeckte auf einem Monitor die Kurve, die die Wehen aufzeichnete. Von da an erwartete er alle paar Minuten einen neuen Rekord von mir :-)

Ich hielt mich schon für eine echte Memme, da ich die Wehen kaum noch aushielt.

 

Etwa um 20 Uhr, nach einer weiteren Untersuchung, ging es dann plötzlich schnell. Der Muttermund war schon 8 cm geöffnet und man entschied, den Kaiserschnitt sofort zu machen.

 

Schnell kamen noch ein Anästhesist und ein paar Ärzte um ein paar Unterschriften abzuholen und schon ging es ab in den OP.

Da alles so schnell ging, hatte ich gar keine Zeit um Angst zu bekommen. Aber als ich die vielen Leute im OP sah, wurde ich schon etwas nervös und war dann auch sehr froh, als Tinu zu mir kommen konnte, nachdem ich die PDA überstanden hatte.

 

Um 21.07 Uhr war dann Tim auch schon da. Nur 2 Minuten später, um 21.09 Uhr, erblickte auch Sascha das Licht der Welt. Beide gesund und munter!!

 

Während ich noch zugeflickt wurde, durfte Tinu schon zu unseren Jungs und erzählte mir dann alles voller Stolz!

 

Einige Zeit später wurde ich dann im Bett auch zu den beiden gebracht. Ein unvergesslicher, wunderschöner Moment.