Geburtsbericht

In der Nacht vom 06. zum 07. Juli 2005 machte sich unser Kind auf den Weg in die Welt..
 
...es war ca. 23.15 Uhr als ich dermassen von Wehen geplagt und durch dies aus dem Tiefschlaf gerissen wurde. Zuerst versuchte ich die Wehen durch umherlaufen etwas zu mindern, doch sie wurden immer schlimmer. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht bewusst, dass es sich nun um "die Richtigen" Wehen handelte, da ich ja zuvor schon unter Wehen litt.
 
Um 01.00 Uhr versuchte ich mich mit einem warmen Bad etwas zu entspannen. Obwohl ich mich sonst sehr wohl in der Badewanne fühlte, war dies zu diesem Zeitpunkt nicht die richtige Entscheidung. Durch das warme Wasser wurden die Wehen nur noch stärker. Nach der Wanne wollte ich mich noch etwas hinlegen, um die Wehen richtig "veratmen" zu können. Als ich auf dem Weg ins Schlafzimmer war, bemerkte ich plötzlich etwas warmes an meinem rechten Bein herunterlaufen. Zuerst dachte ich an eine schwache Blase, doch als es immer mehr wurde und ich die Flüssigkeit nicht zurückhalten konnte, wurde mir bewusst, dass es sich um den sogenannten "Blasensprung" handeln musste.
Nun wurde es an der Zeit, meinen Partner zu wecken. Zuerst realisierte er gar nicht, was überhaupt los war. Doch als ich ihm von meinen starken Wehen und dem Blasensprung erzählte, war er hellwach.

Mittlerweile war es 03.00 Uhr geworden. Nachdem Remo das Spital informierte, machten wir uns also auf den Weg dorthin. Auf dem Weg ins Spital wurden die Wehen immer heftiger......ich hoffte nur nicht im Auto gebären zu müssen :-)

Als wir im Spital angekommen sind, konnte ich kaum mehr gehen, ich krümmte mich vor Schmerzen.
Die Hebamme brachte mich sofort ins Gebärzimmer und hängte mich an den Wehenschreiber. 
Die Wehen kamen schon in sehr regelmässigen Abständen. Sie waren zu dieser Zeit wirklich sehr stark. Das ganze Gefühl geht nach innen, die ganze Kraft sammelt sich im Bauch beim Kind!
 
In einer Wehenpause kann mich die Hebamme nun untersuchen. Sie stellt fest, dass der Muttermund bereits 2 cm offen ist. Die Hebamme bietet mir Schmerzmittel an. Zuerst versuchen wir den Schmerz mit Homäopathischen Mitteln etwas zu lindern. Doch grosse Linderung verspüre ich nicht. Bei den Wehen habe ich nun das Gefühl, als ob mein Becken  auseinandergerissen wird. Dieser Schmerz ist wirklich mit nichts zu vergleichen.
 
Mittlerweile ist es etwa 05.30 Uhr geworden. Der Muttermund hat sich leider noch nicht sehr viel mehr geöffnet. Die Hebamme machte mir den Vorschlag eine PDA zu legen. Ich war zu diesem Zeitpunkt einfach zu fest verkrampft, um dass sich der Muttermund weiter öffnen hätte können. Also liess ich mir eine PDA legen. Langsam fühlte ich, wie der Schmerz etwas nachliess. Erleichterung aber auch eine Müdigkeit stieg in mir Hoch.
 
Ca. um 08.45 Uhr kam die Hebamme für einen erneuten Untersuch ins Gebärzimmer. Sie konnte es kaum fassen, der Muttermund war nun vollständig geöffnet. Lange konnte sich die Geburt nun nicht mehr hinauszögern. Um die Wehen wieder etwas zu beschleunigen, wurde das Schmerzmittel reduziert.
 
An die genaue Uhrzeit kann ich mich nun leider nicht mehr erinnern. Ich weiss nur noch, dass die Hebamme mir mit Hilfe eines Spiegels den Kopf des Kindes zeigen konnte. Remo und ich waren gerührt vor Freude. Ich konnte es kaum fassen. Nun hiess es, auf die Presswehen hin zu arbeiten. Nachdem ich noch Wehenmittel bekommen hatte, verspüre ich nun ein starkes ziehen vom Rippenbogen nach unten. Ich war wirklich auf meinen Körper und auf die kommenden Presswehen
konzentriert. Obwohl das Köpfchen des Kindes einen enormen Druck ausübt, verspürte ich diese Wehen eher als Erleichterung. Insgesamt hatte ich vier oder fünf Presswehen...als das Köpfchen mit den Schultern endlich hervorkommen.......dann gleiten noch Bauch und Beine heraus, die ich wirklich wie eine warme Welle spüre.......nun ist der Schmerz vorbei. Vollkommen weg. Die ganze Anstrengung vergessen. Von einer Sekunde auf die andere. Ich bin nun hellwach, richtig euphorisch! Ich schaue auf unser Kind, weine und lache gleichzeitig.
 
10.58 Uhr, unser Baby liegt in meinem Arm, es hat die Augen offen. Wir schauen uns an!
 ....unser Stern ist geboren!