Mehrlingsschwangerschaft

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Mehrlingsschwangerschaft

Mehrlinge sind «Schicksalsgemeinschaften», die umso mehr ausgeprägt sind, je mehr Gemeinsamkeiten die Kinder haben.

Mehrlingsschwangerschaften sind keine Ausnahme mehr

Die häufigere Anwendung von Hormontherapien hat zu einer Zunahme der Mehrlingsschwangerschaften geführt. Aber auch ohne Hormone ist die Wahrscheinlichkeit für Zwillinge bzw. Mehrlinge vorhanden. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Formen von Mehrlingsschwangerschaften. Am Häufigsten (ca. 80% aller Mehrlingsschwangerschaften) und Unkompliziertesten ist die Zweieiigkeit (dichorial diamniot). Hier hat jeder Embryo eine eigene Fruchthöhle, als auch eine eigene Plazenta.
Für viele werdende Eltern ist die Feststellung von Mehrlingen wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Durch die gesammte Schwangerschaft werden sie von überraschten Gesichtern begleitet. Doch ganz viele Erfahrungsberichte zeigen mir ein Bild der Freude, Hilfsbereitschaft und der Faszination. Zwillinge sind heute nicht mehr so selten und entsprechend ist einiges an Infrastruktur vorhanden.
Beeindrucken ist, das werdene Mütter von Mehrlingen berichten, sie könnten die Bewegungen sehr deutlich den einzelnen Kindern zuordnen.

Mit welchen Komplikationen muss man bei einer Mehrlingsschwangerschaft rechnen?

Mehrlinge gehören dennoch zu den Risikoschwangerschaften. Die Möglichkeit der Frühgeburt, Wachstumsdiskrepanz, Präeklampsie (Schwangerschaftskrankheit mit erhöhtem Blutdruck, Eiweiss im Urin und Ödemen) sind bei allen Mehrlingsformen ein erhöhtes Risiko. Bei den monochorialen Mehrlingen ist grundsätzlich von Gefässverbindungen zwischen den Kindern auszugehen und somit kommt es zu einer erhöhten Abortrate in der ersten Schwangerschaftshälfte als auch zu häufigeren Fehlbildungen. Bei Mehrlingen sind auf alle Fälle engmaschigere Kontrollen beim Arzt nötig.

Die Geburt

Falls eine Vaginalgeburt angestrebt wird, kommt es häufig zu einer Einleitung mit der vollendeten 38. Schwangerschaftswoche. Bei mehr als Zwillingen wird in jedem Fall eine Sectio vorgeschlagen. Die Voraussetzungen für eine Vaginale Geburt sind: mindesten das erreichend der 32. Schwangerschaftswoche, bzw. geschätzte Geburtsgewichte um 2000 g, geräumige Beckenverhältnisse, Zwilling Nr.1 ist in Schädellage (SL), keine Zusatzrisiken, z.B. grosse Gewichtsdiskrepanz sowie keine monoamnioten Mehrlinge.