Kinderwunsch: Alkohol und Zigaretten ade?lesenswert!

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Kinderwunsch: Alkohol und Zigaretten ade?

Sobald eine Frau schwanger wird, fragt sie sich, ob sie nun gänzlich auf Alkohol und Zigaretten zum Wohl des Kindes verzichten muss. Welche Auswirkungen können diese Genussmittel auf das heranwachsende Kind haben?

Alkohol in der Schwangerschaft?

Experten sind sich einig, dass Vorsorge immer besser als Nachsicht ist. So verhält es sich auch mit dem Alkohol in der Schwangerschaft. Zwar ist ein grosser Teil der Ärzteschaft der Ansicht, dass ein gelegentliches Glas Alkohol keinen Schaden anrichten kann, gänzlich auf ihn zu verzichten ist aber immer der bessere Weg.

Gefährlich wird der Alkohol in jedem Fall, wenn er während der Schwangerschaft regelmässig und in grösseren Mengen aufgenommen wird. Ein «Vollrausch» sollte während der Schwangerschaft unbedingtes Tabu bleiben.

Welche Auswirkungen kann Alkohol haben?

Rein medizinisch gesehen ist Alkohol ein Gift. Geniesst man nun während der Schwangerschaft Alkohol, gelangt dieser über die Plazenta in die Blutbahn des Ungeborenen. Zumindest bei regelmässigem Konsum kann auf diese Weise der Zellaufbau des heranwachsenden Kindes gestört werden.

Ferner kann die Entwicklung des Gesichts, verschiedener Organe oder des Gehirns beeinträchtigt werden. Auch das Nervensystem kann Schaden nehmen und spätere Schwierigkeiten beim Lernen oder beim Bewegungsablauf erwirken.

Welche Konsequenzen durch Alkohol sind schon erwiesen?

Entwicklungsstörungen, die durch den Konsum von Alkohol entstanden sind, werden als «Fetale Alkoholspektrum-Störungen» (FASD) zusammengefasst. Man spricht von einem Spektrum, da mögliche Erkrankungen durch verschiedene Aspekte entstehen. Allem voran entscheiden natürlich die Menge und die Regelmässigkeit des Alkoholkonsums.

Schwere Folgeschäden durch Alkohol sind nachgewiesene Störungen bei der körperlichen und geistigen Entwicklung, des sozialen Verhaltens und der Ausbildung des Herz-Kreislauf-Systems. Etwa ein Prozent aller Neugeborenen leidet unter FASD.

Rauchen in der Schwangerschaft

Die schädlichen Auswirkungen des Rauchens dürften uns allen zur Genüge bekannt sein. Aufhören kann man dennoch nicht ohne weiteres. Ein Problem, vor dem auch schwangere Frauen stehen. Sie haben zwar einen besonders guten Grund, das Rauchen aufzugeben, dennoch ist die Herausforderung gross.

Man sollte die Herausforderung allerdings annehmen, denn die Giftstoffe aus dem Tabak können dem Ungeborenen ernsten Schaden zuführen. Schlimmstenfalls riskiert man durch das Weiterrauchen ernsthafte Komplikationen in der Schwangerschaft oder sogar eine Totgeburt.

Suchtgefahr für das Kind

Raucht die Mutter während der Schwangerschaft, schafft sie die besten Voraussetzungen, dass auch der Nachwuchs früher oder später zur Zigarette greift. Das gleiche Ergebnis kann auch ständiger Passivrauch liefern. Nach Studien, die schon in den 1950er Jahren aufgenommen wurden, leiden Kinder von «Raucher-Müttern» in ihrem Leben zudem verstärkt an Übergewicht und haben ein sehr viel höheres Risiko an Diabetes zu erkranken. Der Grund liegt in einer dauernden Stoffwechselstörung, die durch das Rauchen der Mutter schon im Körper des Ungeborenen entsteht.

Weitere Folgen für das Kind

Die Schadstoffe, die die Mutter durch das Rauchen in den Körper aufnimmt, gelangen über die Nabelschnur zum Ungeborenen. Dieses verarbeitet diese Schadstoffe über Leber und Nieren. Auf diese Weise können die Organe schon vor der Geburt erkranken.

Während des Rauchens verengen sich die Blutgefässe im Körper der Mutter. In diesem Moment wird auch die Plazenta nicht mehr ausreichend durchblutet. Als Folge können Störungen in der allgemeinen Entwicklung des Kindes auftreten.
Direkt nach der Geburt unterscheiden sich «Raucher-Kinder» von anderen Neugeborenen. Sie sind oftmals noch nicht voll entwickelt und bringen zu wenig Gewicht auf die Waage. Ausserdem sind sie deutlich schwächer und anfälliger für Krankheiten als andere Kinder.

Fazit

Auch wenn allgemein nicht immer der totale Verzicht auf Alkohol- und Zigarettengenuss von ärztlicher Seite angeordnet wird, so sollte die Mutter zum Wohl ihres Kindes Verzicht üben. Je nach körperlichem Zustand der Mutter können auch kleine Mengen Alkohol oder Zigarettenrauch schon erste Folgeschäden herbeiführen.
 
Text: Daniel D. Eppe