Babyblues: Depressionen nach der Geburt

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Babyblues: Depressionen nach der Geburt

Nach Monaten des Wartens und der Vorfreude hat der heiss ersehnte kleine Erdenbürger nun endlich das Licht der Welt erblickt. Doch anstatt ungetrübt das Babyglück zu geniessen, könnte die junge Mutter nur noch heulen. Sorgen um das Wohlbefinden des neuen kleinen Menschen, Zukunfts- und Versagensängste, Traurigkeit und dunkle Gedanken überschatten die Freude über das Mutterglück. Rund 60 bis 80 Prozent aller Wöchnerinnen sind von solchen Gefühlen betroffen. Doch wie lange ist diese schwierige Phase normal und wie kann der Partner hier helfen?

Babyblues – was ist das?

Ein Baby verändert das Leben junger Eltern, wie sie es nie erwartet hätten. Dies kann sowohl grossartig und bereichernd sein, aber eben auch erschöpfend. Die Phase, welche eine junge Mutter kurz nach der Geburt erlebt, wird gerne als der «Babyblues» bezeichnet. Rund 60 bis 80 Prozent aller jungen Mütter sind in dieser Zeit weinerlich, launisch, fühlen sich überfordert und elend. Meist verstehen diese Frauen sich selbst und die Welt nicht mehr. Der Babyblues ist eine völlig normale und meist harmlose Erscheinung. In der Regel verschwinden diese «Heultage» nach kurzer Zeit von selbst wieder. Und schuld an allem ist das «Wunder der Geburt».

Die Ursachen des Babyblues liegen in der hormonellen Umstellung, welche drei bis vier Tage nach der Geburt stattfindet. Die Schwangerschaftshormone verschwinden und die Milchproduktion setzt ein. Zudem ist die Geburt geschafft  und die ganze Anspannung lässt nach.

Wie lange dauert der Spuk?

Ein solches Gefühlschaos ist in den ersten zwei Wochen nach der Geburt normal, nur wenige Frauen sind länger davon betroffen. Der Babyblues ist keine Krankheit welche behandelt werden muss. Die beste Medizin ist noch immer Unterstützung durch den Partner und die Familie und genügend Ruhe und Zeit, sich mit der neuen Situation anzufreunden. Aufgrund von gemeinsamen Symptomen wird der Babyblues häufig mit einer Postnatalen Depression verwechselt. Sollten Sie oder Angehörige Ihrer Familie schon einmal wegen Depressionen behandelt worden sein, dann sollten Sie in diesem Fall eine Postnatale Depression in Betracht ziehen. Es empfiehlt sich, einen Arzt Ihres Vertrauens aufzusuchen und die Ursachen abklären zu lassen. Fühlen Sie sich unfähig, Ihr Baby zu versorgen oder hegen Sie womöglich Suizidgedanken – dann nehmen Sie bitte umgehend professionelle Hilfe in Anspruch!

Wie kann der Partner helfen?

Die besten Heilmittel sind Trost und der Hinweis, dass sich viele Mütter nach der Geburt in einer ähnlichen Situation befinden. Seien Sie als Partner eine Stütze und helfen Sie der jungen Mutter, Grenzen zu setzen. Das stressige Schreiben unzähliger Dankeskarten für alle guten Wünsche zum neuen Erdenbürger ist sicherlich nicht notwendig! Seien Sie für sie da, wenn sie weinen muss. Überraschen Sie Ihre Liebste mit einem köstlichen Abendessen. Zeigen Sie ihr, dass sie sich auf Sie verlassen kann! Umsorgen Sie die junge Mutter, schliesslich ist sie selbst nun zu einer umsorgenden Mutter für das gemeinsame Neugeborene geworden.
 
Text: Sabine Trach