Patchworkfamilien – So funktioniert's!

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Patchworkfamilien – So funktioniert's!

In Zeiten, in welchen Scheidungen und Trennungen an der Tagesordnung stehen, sind Patchworkfamilien ganz normaler Alltag. Lange Zeit hatten sie keinen besonders gute Ruf, doch mit diesen Tipps und Tricks funktionieren die «Familien-Flickwerke» wie geschmiert.

Einfach in der Theorie – schwierig in der Umsetzung

Egal, ob eine alleinerziehende Mutter mit ihrem kinderlosen Partner die Familie vergrössert oder ein Vater mit Kindern eine neue Beziehung eingeht, die individuellen Ausgangssituationen sind sehr unterschiedlich und dadurch einzigartig. Auch wenn ein neues Familienmitglied eine Bereicherung sein kann, tauchen zu Beginn meist Startschwierigkeiten auf: Gerade für Kinder bedeutet ein neuer Mensch im tagtäglichen Zusammenleben eine gravierende Umstellung. Fühlen sie sich nämlich ausgeschlossen, reagieren die Kleinen häufig mit Ängsten und ihr Vertrauen ist erschüttert.

Patchworkfamilie: Komplizierte Konstellationen

Bringen beide Partner Kinder in die neue Beziehung mit, ist jeder dieser Partner zu gleich Vater oder Mutter eines leiblichen und Stiefvater bzw. Stiefmutter des Kindes des Partners. Noch komplizierter wird die Situation aber, wenn sich Paare nach einer zweiten oder dritten Trennung neu zusammenfinden. Bekommt das Paar dann auch noch gemeinsame Kinder, bedeutet das ein Neuverteilen der Rollen, und es müssen neue Verantwortlichkeiten übernommen werden.

Lösungsansätze

  • Das eigene, blutsverwandte Kind muss immer das Gefühl haben, dass ihm die Mutter bzw. der Vater bleibt. Keinesfalls darf bei den Kleinen der Verdacht aufkommen, dass der Nachwuchs des neuen Partners bevorzugt wird.
  • In der neu zusammengewürfelten Familienkonstellation sollten Gleichbehandlung und Redefreiheit als fixe Rahmenbedingungen angesehen werden. Nur wer sich ernst genommen und akzeptiert fühlt, ist bereit, einen Schritt auf den anderen zuzugehen.
  • Mischen Sie sich – abgesehen von Alltagsproblemen – weder in die Beziehung der neuen Geschwister untereinander, noch in die des neuen Elternteils zu Ihrem Kind ein.
  • Sind Ihre Kleinen im Schulalter, ist Anerkennung von grosser Bedeutung. Finden Sie als neuer Partner eine gemeinsame, regelmässige Tätigkeit, die für das Kind interessant ist – dann wird Ihnen der Aufbau dieser neuen Beziehung in jedem Fall leichter gelingen.

Zusammenwachsen braucht Zeit

Da das Konfliktpotential der Patchworkfamilie ungleich grösser als das einer «Normalfamilie» ist, besteht die Gefahr, dass die Partner von zu vielen Problemen sprichwörtlich überrollt werden und die Beziehung dadurch gefährdet wird. Aus diesem Grund verdienen «Stieffamilien» das besondere Interesse psychologischer Beratungsstellen. Es gilt zu erörtern, was das Paar verbindet und Lösungen für Detailprobleme zu erarbeiten, die zur Entspannung der Gesamtsituation beitragen. Sorgen Sie sowohl im Eltern- als auch Kinderbereich für klar definierte Wohnbereiche um einen Rückzug des einzelnen Individuums zu gewährleisten. Wenn Sie dann noch für gemeinsame Aktivitäten, wie beispielsweise Ausflüge sorgen, wird einem unbeschwerten Zusammenleben in der neuen Patchworkfamilie nichts mehr im Wege stehen.
 
Text: Helge Trach