Wieviel Glacé ist für Kinder gesund?

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Wieviel Glacé ist für Kinder gesund?

Der absolute Verkaufsschlager im Sommer hat viele Namen: Glacé, Speiseeis, Sorbet, «Eis am Stiel». So vielfältig die Bezeichnungen für die frostige Erfrischung auch sind, haben sie alle eines gemeinsam. Sie sind seit jeher beliebt bei Gross und insbesondere bei Klein. Da stellt sich die Frage, ob und wie viel Glacé überhaupt gesund ist?

1. Faustregel: Sorbets sind gesünder

Gefrorene, pürierte Früchte nennt man Sorbet. Diese Glacé-Art empfiehlt sich vor allem für Kinder, weil sie nicht nur besonders erfrischend ist, sondern im Gegensatz zu den Milch- und Rahmsorten über sehr wenig bis gar kein Fett verfügen. Jedoch ist auch hier zu Vorsicht geraten: Viele der im Handel erhältlichen Sorbets sind aufgrund des hohen Fruchtsäuregehalts mit Unmengen an Zucker versetzt. Unser Tipp: Machen Sie Sorbet ganz einfach selber aus pürierten und dann gefrorenen Früchten.

2. Faustregel: Wenn Milch-Glacé, dann in Massen

Schoko, Vanille, Erdbeere – Wer kann sich einen Sommer ohne diese Glacé-Sorten vorstellen? Sie gehören zu den beliebtesten Bestellungen im Glacé-Salon und zu den Milch- und Rahmsorten. Allerdings schmecken sie nicht nur gut, sondern sind mit ihrem Fett- und Zuckergehalt besonders energiereich. Rechnet man die Kalorien zusammen, wird eine ganz normale Portion Glace aus drei Kugeln, garniert mit Sahne und Schokososse, schnell zur vollständigen Ersatz- beziehungsweise Zusatzmahlzeit. Auch hier raten wir zum Selbermachen: Stellen Sie ihrem Kind das eigene Milch-Glacé her und ersetzen Sie die Sahne durch Milch, Buttermilch oder fettarmen Joghurt.

3. Faustregel: Einmal Glacé am Tag muss genügen

Süssigkeiten sind wichtig für Kinder. Die Süsse einer Speise suggeriert dem Unterbewusstsein, dass diese Nahrung ungefährlich ist. Das fängt bei der süsslichen Muttermilch an und hört bei der Tatsache auf, das Gemüse mit Bitterstoffen, wie Salat oder Rosenkohl, von Kindern fast immer verschmäht werden. Dennoch muss hier auf das Mass geachtet werden. Glacé darf nicht auf den Regelspeiseplan eines Kindes. Wichtig: Glacé soll als Süssigkeit behandelt werden und dementsprechend andere Süssigkeiten wie Gummibärchen, Schokolade und Lutschbonbons ersetzen.

4. Faustregel: Kühlkette unbedingt einhalten

Durch die Eiskristalle vervielfacht sich die Angriffsfläche von Bakterien. Deshalb muss unbedingt darauf geachtet werden, dass nur frisches Glacé, also direkt aus dem Eisfach, gereicht wird, weil eine eventuelle Keimbildung bei unter 18 Grad Celsius unterbunden wird. Sofort verzehrt, ist man so auf der sicheren Seite. Vermeiden Sie also Glacé, dass, bei eingepackten Portionen, verformt ist oder auf dem sich klare Eiskristalle gebildet haben. Beides indiziert, dass die Kühlkette bereits unterbrochen war und sich schon Keime und Bakterien angesammelt haben könnten. Achten Sie zusätzlich beim Blick in die sortenreiche Theke des Glacé-Salon, dass die Oberfläche der Sorten samtig-matt aussieht und beim Herausnehmen der Kugel fein einreisst. Eine glänzende, weiche Glacé-Masse weisst auf Temperaturen hin, die eine Verkeimung begünstigen.

Ein Sommer ohne Glacé – undenkbar!

Ohne Glacé verliert jeder Sommer an Charme. Deshalb sollte man seinem Kind ruhigen Gewissens die ein oder andere Portion der Lieblingserfrischung gönnen. Wenn Sie dabei auf die Einhaltung der Kühlkette sowie die Packungsangaben in Sachen Zucker- und Fettgehalt achten, oder Glacé selber machen, müssen Sie sich keine Sorgen um die Gesundheit Ihres Kindes machen. Unser letzter Rat: Verzichten Sie auf Schlagrahm, Sossen und Streusel, denn diese leckeren Zutaten verdoppeln in der Regel den Energiegehalt der Glacé-Erfrischung.
 
Text: Carsten von Bora