Ihr Baby ist 10 Monate alt

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Ihr Baby ist 10 Monate alt

Die Entwicklung des Kindes

Krabbeln und sich an Möbeln hinaufziehen, darin ist Ihr Kind schon Meister. Auch Treppen sind eine Herausforderung, die es ohne Überlegung in Angriff nimmt. Im Stehen die Knie zu beugen und sich wieder hinzusetzen, das hört sich leicht an, ist aber eine Leistung, die Ihr Kleines jetzt erst lernt. Wer steht, der will natürlich auch weiter und der erste Schritt ist schnell gemacht. Mit der Unterstützung von Mama und Papa Schritte zu machen ist das eine, aber jetzt wird es vielleicht schon versuchen, sich selbstständig auf den Weg zu machen. Animieren Sie Ihr Kind, indem Sie vor ihm stehen oder knien und die Hände auffordernd nach ihm ausstrecken. Welches Kind könnte da lange widerstehen? Der Plumps auf den Hosenboden bei den ersten Versuchen hat noch kein Kind davon abgehalten, es immer wieder zu versuchen. Von Schuhen raten Experten in diesem frühen Stadium noch ab. Beim Barfussgehen lässt sich die Balance verbessern und Muskeln und Sehnen stärken. Durch den direkten Kontakt zum Boden kann Ihr Kind Unebenheiten viel besser spüren und sich darauf einstellen lernen.
 
Hinein und hinaus – das ist ein Spiel, das jetzt begeistert. Bauklötze in einen Eimer legen, einen Ball in eine offene Tür des grossen Lasters zwängen, das sind Beschäftigungen, die beim Entdecken räumlicher Zusammenhänge helfen. Aber wehe, Sie versuchen jetzt, Ihrem Kind ein Spielzeug wegzunehmen, wenn er gerade damit spielt, denn jetzt beginnt es damit, seine Selbstständigkeit einzufordern und zeigt, dass auch das Empfinden der Selbstbestimmung sich entwickelt. Auf der anderen Seite gehört dann auch dazu, «ausleihen» zu spielen: Ihr Kind streckt Ihnen ein Spielzeug entgegen, Sie nehmen es an und es wartet gespannt darauf, dass Sie es zurückgeben. Wenn Sie auf dem Boden sitzen und sich einen Ball gegenseitig zurollen, ist das ein Spiel, das es jetzt unermüdlich spielen kann.
 
Das Kurzzeitgedächtnis beginnt sich zu entwickeln. Sie merken es daran, dass Ihr Kind jetzt weiss, wo es gestern seinen Ball liegen gelassen hat oder dass es Handlungen oder Bewegungen wiederholt, die es kürzlich bei Ihnen beobachtet hat.
 
Da sich das Langzeitgedächtnis aber nicht vor dem zweiten bis dritten Lebensjahr entwickelt, wird es die meisten Erfahrungen aber wieder vergessen. Die Trennungsangst ist in dieser Zeit auf einem Höhepunkt angelangt und Ihr Kind kann herzerweichend jammern und sich an Sie klammern, wenn es merkt, dass Sie sich verabschieden und es sich jetzt von Ihnen trennen soll. Haben Sie Geduld, aber seien Sie auch konsequent.

Das Leben der Eltern

Erziehungsstile und Prioritäten sind unterschiedlich und jeder geht mit seinem Kind anders um. Wenn Sie mit Ihrem Baby in Gesellschaft anderer sind, vergessen Sie nicht, dass das, was zwischen Ihnen und Ihrem Kind gut funktioniert, nicht auch für andere gelten muss. Niemand lässt sich gerne in die Erziehung hineinreden und wenn Ihre Bekannten andere Meinungen über Schlafgewohnheiten oder Ernährungen haben, so ist das nicht unbedingt falsch, Lösungen sind oft nicht einfach in falsch oder richtig einzuteilen, sondern müssen situationsbedingt betrachtet werden. Sie verlassen jetzt mit Ihrem Kind immer häufiger den Schutzraum Familie und müssen sich diesen Erfahrungen stellen. Ihr Kind kann sehr wohl differenzieren zwischen den Erfahrungen, die es mit Ihnen macht und dem, was es sonst erlebt.

Tipps für die Eltern

Ihr Kind wird von Ihrer Handtasche fasziniert sein, beobachtet es doch immer wieder, wie Sie damit «spielen» und die interessantesten Dinge daraus hervorzaubern. Eine eigene Handtasche mit klimperndem Schlüsselbund, Geldbeutel und anderen Kostbarkeiten wird jedes Kind lange Zeit beschäftigen!
 
Text: Petra Kaiser