Babys: Entwicklung durch Bewegunglesenswert!

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Babys: Entwicklung durch Bewegung

Aktivität ist für die motorische, soziale, geistige und sprachliche Entwicklung des Babys enorm wichtig. «Leben ist Bewegung von Anfang an» – so die Überzeugung von Liesel Polinski, die Mitgründerin des PEKiP® (Prager-Eltern-Kind-Programm). Jede Entwicklung beginnt mit Bewegung, jede Bewegung initiiert Lernen und schliesslich bedeutet Lernen die Zukunft. Je freier sich also ein Baby bewegen kann, desto optimaler entwickelt es sich.

PEKiP® – Prager-Eltern-Kind-Programm

Das PEKiP® ist ein sozialpädagogisches Konzept, das Anfang der siebziger Jahre von Prof. Christa Ruppelt und weiteren Pädagoginnen an der Bochumer Fachhochschule gegründet wurde. Es richtet sich spezifisch an Eltern und ihre Babys. Die freie und selbständige Bewegung von Babys soll unterstützt und der Kontakt zwischen Eltern und Kindern intensiviert und das Vertrauen gefestigt werden. Die Eltern lernen durch Beobachten ihr Kind, seine Vorlieben und Besonderheiten besser kennen. Sie erfahren, dass jedes Kind sein eigenes Entwicklungstempo hat und können so diese Entwicklungsschritte begleiten.

Durch Bewegung die Welt entdecken

Das Neugeborene will sich aktiv durch Bewegung der Umwelt stellen. Mit dem Anheben des eigenen Kopfes und der Bewegung seiner Hände aus eigenem Antrieb, lernt es zunächst sich gegen die Schwerkraft zu behaupten. Dabei nimmt das Baby seine Umwelt noch nicht durch Vorstellungen und Denken wahr, sondern vorwiegend über seine Sinne, seinen Körper, seine Bewegungen und sein eigenes Handeln. So lernt es die Welt kennen, kann seine eigenen Gefühle zum Ausdruck bringen und tritt in Dialog mit seiner Umwelt. Es ist wichtig, den Babys viel Bewegungsraum zu geben, um Erfahrungen mit der Umgebung zu sammeln und dabei immer neue Fähigkeiten zu lernen. Dazu sollte es in der Wachzeit sowohl auf dem Rücken als auch auf dem Bauch liegen. Ein Baby bewegt sich ausserdem intensiver und ausdauernder, wenn es im freien Raum liegt. Alles, was den Bewegungstrieb des Babys einschränkt, hemmt die Bewegung und damit auch den Körper, den Geist und die Seele. Frühe Körperwahrnehmung und Körperbeherrschung schaffen Vertrauen und Selbstsicherheit. Natürlich kann ein Baby nicht den ganzen Tag nackt und ohne Windel sein, um sich optimal bewegen zu können. Es ist deshalb umso wichtiger, dass das Baby eine besonders dünne und flexible Windel trägt, die besonders an den Oberschenkeln viel Bewegungsfreiheit bietet und sich den Körperbewegungen anpasst.

Bewegung als Motor der Gesamtentwicklung

Körperliches und psychisches Wohlbefinden sind eine Voraussetzung für eine normale Entwicklung. Bewegung und Wahrnehmung können sind so zu sagen der Motor für die Entwicklung und gleichzeitig die Basis fürs Lernen. Freie Bewegung hat Auswirkungen auf den Stoffwechsel, den Körper, die geistige Entwicklung und Bildung der Nerven. Spontanität und Kreativität werden gefördert. Die Bewegungsentwicklung verläuft beim Baby meist von innen nach aussen und von oben nach unten. Zuerst lernt es seine Augen bewusst zu bewegen, es folgt der Kopf, die Schultern, der Körper, Arme, Beine und als allerletztes die Zehen. Babys lernen im Laufe der Zeit durch Drehen und Fortbewegung Entfernungen abzuschätzen und zu überwinden. Sie erleben sich selbst als kompetent etwas zu bewirken. Die kognitiven Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Orientierung und Erinnerung werden gestärkt. Wenn das Baby anfängt zu laufen, will es sein Gleichgewicht, die Koordination der Bewegungen und seine Konzentration oft und lange ausprobieren. Es braucht jetzt diese Erfahrungen, um seine Bewegungen zu differenzieren.

Entdeckung der Ich-Identität durch Bewegung

Indem sich das Baby bewegt, sich selbst berührt und Gegenstände begreift, beginnt es den eigenen Körper von der Umwelt zu unterscheiden und entwickelt so eine Ich-Identität. Es muss Bewegungen ausprobieren, mit ihnen experimentieren und Erfahrungen mit ihnen machen. Wenn das Baby seine ersten körperlichen Erfahrungen macht nutzt es hauptsächlich den Tastsinn und den Gleichgewichtssinn. So sammelt es Eindrücke, die ihm Kenntnisse über seine räumliche Umgebung ermöglichen. Dadurch greift und begreift es Zusammenhänge und beginnt, sich mit der Welt auseinanderzusetzen und in ihr zurecht zu finden. Die Körpererfahrung durch Bewegung hat also eine wesentliche Bedeutung für die Selbst- und Persönlichkeitsentwicklung. Schon in den ersten Wochen erfährt das Baby durch seine körperlichen Aktivitäten, dass es etwas bewegen und bewirken kann. Dadurch gewinnt es Selbstsicherheit. Seine emotionale, geistige und körperliche Entwicklung wird gestärkt. So ist Bewegung ein Schritt auf dem Weg zur eigenen Identität.
 
Text: mit freundlicher Unterstützung von Pampers

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Buchtipp

  • PEKiP®: Spiel und Bewegung mit Babys – von Liesel Polinski